Zum Wendepunkt (Kapitel)



Frieden ist der Weg

war die Antwort Mahatma Gandhis auf die
Frage, wie mehr Frieden in die Welt kommt.



Bild: Kevin R. Müller, Auenstein/Schweiz
Tikkun und Mahatma Gandhi

Tikkun  (Wiederherstellung)


Das  Friedensmal  ist ein Symbol dieses Weges und somit ist es Teil des Weges

Frieden ist der Weg- diese Antwort findet sich in der Tiefe der menschlichen Seele. Wer den Frieden nicht in sich selber gefunden hat, wird den Unfrieden nach außen tragen. In der Psychologie nennt sich dieser Mechanismus „Projektion”. Der Terror in der eigenen Seele ist es, der zu Terror und Kriegen in der Welt führt. Letztlich wird uns nur der Weg zum heileren Menschen dem Frieden in der Welt näher bringen. Demonstrationen für den Frieden sind gut, doch ihre Wirkung wird verpuffen, bleiben die inneren seelischen Ursachen im Menschen für Krieg und Gewalt ausgeklammert. Was bedeutet es also, als einzelner Mensch und als Nation den Weg des Friedens zu gehen?

Das Jerusalem Friedensmal - das Symbol vom Friedensmal und der Jerusalem Erinnungsstein - gilt dieser Botschaft. Das Friedensmal zeigt den durchbrochenen Teufelskreis der Projektionen, durchbrochen vom Baum des Lebens, in den man über die Schwelle der Demut beim Gang ins eigene Innere eintreten kann. Die Demut öffnet uns die Augen für unseren eigenen inneren Unfrieden, aber auch für den Segen Gottes. Der Weg des inneren Friedens ist ein Weg der Selbsterkenntnis, auf dem wir mit Liebe die verdrängten dunklen Seiten unserer Seele anschauen und wir uns unserer innerer Schmerzen bewußt werden. Schauen wir hier hin und lassen die Liebe und das Licht Gottes ein, so werden wir eine innere Wandlung erleben. In der Bibel heißt es, daß diese Menschen die Vollmacht haben, Gottes Kinder zu sein (Joh. 1, 12).

Erkenne dich selbst. Der Gang ins eigene Innere auf dem „Platz der Erkenntnis” hat eine geistliche Dimension, denn der Selbsterkenntnisprozess ist immer ein zutiefst geistliches Erlebnis, auf dem der Suchende eine „Höhere Macht” erkennt, weil er sie erfährt. Das „ Jerusalem Friedensmal” ist ein Projekt im Sinne auch der eigentlichen Lehre von Jesus, denn es geht hier nicht um eine Ideologie, die man hat, sondern um das eigene Gott zugewandte Sein, das man lebt; es geht um die befreiende Liebe, die man durchlebt.

Friede sei mit dir! Nur im Raum der Liebe entsteht die Freiheit, daß der friedliche Dialog der verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen gelingen kann. Dieser Dialog wird in unserer zusammenwachsenden Welt immer wichtiger. Die Berührung im Herzen überwindet die Trennung zwischen Menschen, die anders sind, die anders denken und die anderes glauben. Der Bau des Gartens ist ein Zeichen der gelebten Liebe. Alle Weltreligionen haben Zugang zu seiner Friedensbotschaft. Ohne die Unterschiede zwischen den Religionen zu verwischen, weist es auf das alle Religionen einende Ziel hin, daß der Mensch seinen Frieden finde.

Segen statt Fluch. Das „Jerusalem Friedensmal” zeigt die Überwindung der Gewalt in ihrem Teufelskreis. Er zeigt den Weg der Versöhnung und macht seine Wichtigkeit mit Nachdruck deutlich: die große Last der Vergangenheit kann in einen zukünftigen Segen gewandelt werden (Tikkun), im persönlichen Bereich wie auch im gesellschaftlichen.

Die Macht der Gedanken. Wer glaubt und sicherlich dann auch schon erfahren hat, daß Gebete Wirkung haben, hat vielleicht schon vermutet, daß alle unsere Gedanken wie Gebete sind, die wir aussäen und deren Wirkung wir später im Leben ernten werden. Sowohl in der christlichen Bibel als auch im jüdischen Talmud ist diese Sichtweise beschrieben. So betrachtet, wird sich auch die unbewußte innere Haltung der Menschen einer Gesellschaft in der Realität spiegeln, weil sie die Gedanken beeinflußt. So beeinflußt aber auch das Kollektivbewußtsein der Gesellschaft, was die Zukunft bringen wird. Indem das „Jerusalem Friedensmal” den Weg erschließt, die Last der Vergangenheit, in mehr Liebe und Verantwortungsbewußtsein - also in einen Segen - zu wandeln, ist er ein tiefwirkendes Heilmittel für die Verletzungen im kollektiven Bewußtsein der Gesellschaften. So verändert er Kraft unserer Gedanken unsere Zukunft zu einer friedvolleren Zukunft.

Das Jerusalem Friedensmal ist mehr als ein Denkmal - es ist ein Friedensweg.



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