Zu den Grundlagen




Im  Kopf  eines  jeden  Menschen
ist  Raum  genug  für  ein  ganzes
Universum  voller Ideen und Gefühle.
Leider werden die meisten von uns
so erzogen, daß sie ihr ganzes Leben 
nur  um  eine   Sonne   kreisen.
Wilfried Kunz
Epilog:

Im Kopf eines jeden Menschen ist Raum genug für ein ganzes Universum voller Ideen und Gefühle...  aber, wie passt das zum Thema?  Sicherlich haben diese Internetseiten - und auch das Buch - nichts mit dem zu tun, was die meisten Menschen unter "Vergangenheitsbewältigung" verstehen.  "Vergangen- heitsbewältigung" - bedeutet das, die Vergangenheit mit Gewalt hinter sich zu bringen?  Das erinnert an die Berliner Mahnmaldebatte... (Anmerkung: die Debatte ist gemeint und nicht das heutige Holocaust-Mahnmal, das nicht das Ergebnis der Debatte war, sondern eine - in diesem Fall gelungene - politische Entscheidung).

Es gibt andere Wege.  Mein Versuch war es, den Rahmen, in dem die Berliner Mahnmaldebatte stattfand, zu verlassen, um Raum in einem übergeordneten größeren Rahmen zu finden.  Die Sonnen, um die wir uns drehen, bleiben von Weitem betrachtet eben nicht mehr unsere "Götter", sondern stellen sich als kleiner Teil eines ganzen großen unermeßlichen Universums heraus, oft als "goldene Kälber" oder sogar als Wahn.  Glaubten nicht auch die meisten Täter im 3. Reich, die für Verfolgung und Tod verantwortlich waren, an das, was sie taten?  Sie drehten sich um "ihre Sonne" (Hitler, Machtsucht...) und lebten in ihrer verdrehten Wirklichkeit.  Was kann es uns aber nun ermöglichen, der Illusionen, die uns in Wahrheit gefangen halten, bewußt zu werden? Der erste und wichtigste Schritt ist unternommen, wenn man um die immer vorhandene Möglichkeit der eigenen Verblendung und Verirrung weiß und ehrlich nach Selbsterkenntnis strebt.  So wird man Freiheit finden können: Das Denken befreien wollen durch die Demut, die auch immer um den unschätzbaren Wert des Lebens weiß.  Sich von den Erstarrungen lösen und beginnen, sich der Fülle des Lebens zu öffnen - beginnen, das Leben wirklich zu würdigen.

"Einen Schritt weitergehen" - so heißt es in meiner Erklärung zur Mahnmal-Gestaltung. Einen Schritt weiter auf dem sicherlich langen und schwierigen, aber so notwendigen Weg der Versöhnung.

Mail an den Autor: zieringer(at)friedensmal.de

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