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Steinkreise - zwischen Mahnmal und Stonehenge?

Diese Überschrift habe ich gewählt, weil ich jene Begriffe des öfteren von Menschen, denen ich das Friedensmal vorstellte, als Vergleich hörte. Hier ein Bild des Holocaust-Mahnmals in Berlin und hier ein Bild von Stonehenge. Beide haben in der Gestaltung und ihrer Wirkung auf den Betrachter keine Ähnlichkeit mit dem Friedensmal. Das Berliner Mahnmal befindet sich in der Stadt, die "Steine" sind tatsächlich 2700 graue Betonblöcke. Stonehenge ist wie das Friedensmal in die Natur gebaut und besteht aus monumentalen Felsblöcken. Im Friedensmal findet sich eine andere Steinsorte, nämlich der charaktervolle Odenwald-Quarz und eine völlig andere Form, Anordung und Größe der Steine. Stonehenge bestand ursprünglich aus einem geschlossenen Steinkreis der mit dem Inneren eine Kultstätte bildete. Das Friedensmal besteht aus 11 versetzen Steinen - es gibt keinen geschlossenen Kreis - angeordnet um ein altes gerade im Judentum und Christentum bekanntes religiöses Symbol: dem Baum des Lebens. Er überwindet alle nur äußere Religion, da er dafür steht, daß der Mensch in sich selbst die Verbindung mit Gott gefunden hat und es deshalb eines nur äußeren Kultes als ein Halt nicht mehr bedarf.

Das Friedensmal zeigt 11 Steine im Ring, die in dieser Formensprache auch die Vorzeit in unseres Land ansprechen mag und jene Wurzel in unserem kollektiven und individuellen Bewußtsein berührt. Der im Dunklen gegründete Ring ist
durchbrochen vom Baum des Lebens, der für den Weg, also die Entwicklung der Seele im Menschen, steht. Der Baum des Lebens gilt der Herzensbildung. - „Die Vernunft sei dem Menschen eigen, wie die Liebe eigen der Vernunft. Im Streben danach ist das Leben und überdauert seine Zeit.” (Markus Rabanus)



Deutsche Identität

So zeigt diese Symbolik einen positiven Weg mit der Last der Vergangenheit umzugehen, daß die Last in einen Segen gewendet sei. Es entsteht ein neues positives Identitätsgefühl, das Aufgabe und Verantwortung unseres Landes beschreibt und überlebenswichtig für die Kultur ist. So zeigt diese Symbolik, wie wir die begrenzenden Bilder unserer inneren Welt, die uns heute unfrei halten, durchbrechen und in ein tieferes Verständnis vom Menschsein wandeln können. Es ist die Suche nach dem Weg - man ging so oft schon um den Kreis herum und drehte sich um sich selbst... Der Tritt über die Schwelle ins Friedensmal bezeichnet den echten Weg ins eigene Innere; man dreht sich nicht mehr um sich selbst. Man kann in echte Beziehungen gehen, weil man endlich bei sich ist. Durch den hier beschrieben Prozess kann die innere schöpferische Kraft wieder frei zum fließen kommen und es entsteht Zukunft. Das gilt im Persönlichen wie auch auf das Land bezogen. Das Friedensmal entstand als nächster Schritt nach dem Berliner Mahnmal - nicht als Gegenthese, sondern als Synthese der Darstellung von Schmerz und der Lösung und Wandlung im Mitgefühl und gelebter Verantwortung.



Ein Weg in die Beziehung

Das Friedensmal wirkt auf der Beziehungsebene (Ich/ die „Stille” in sich finden - DU / der Weg aus der Stille zurück ins Leben) und es sei Identifikationssymbol für die Überwindung der Entfremdung des Menschen in der heutigen seelenfeindlichen Zeit, in der er sich einer materialistischen und technokratischen Ideologie (Steine als Projektionsflächen für die Bilder des Verstandes) ausgeliefert sieht. So spricht dieses Mal von einem neuen Aufbruch im Geistigen und von einem Menschen, der wieder zu sich selbst gekommen ist und sich so von innen gefestigt nach außen geben kann. Damit ist dieses Friedensmal auch ein wahres Freiheitsmal.

Das Friedensmal ermutigt dazu, sich wieder jenes wertvollsten Potentials im Menschen bewußt zu werden, nämlich das, was den Menschen erst zum Menschen macht: seine geistige Dimension. Erst durch diese kann sich uns in unserer kurzen Lebenszeit die ganze Schönheit und Tiefe des Lebens erschließen - in Liebe. Die meisten Menschen sterben, ohne je gelebt zu haben. Wann werden wir begreifen, daß es im Leben darum geht, die Liebe zu lernen?