Garten der Freiheit  Menü: Garten, + Ziele


Ziele beim Projekt "Garten der Freiheit"

Wenn unser Land sich seiner Vergangenheit nicht so zu begegnen lernt, dass es ehrlich seine Schwächen erkennen will, also Verantwortung übernimmt, dann wird es nicht die Kraft haben, als Kultur in den Herausforderungen der Zeit zu bestehen. Dieses Projekt soll Impuls und Projektionsfläche für diesen
Wendepunkt sein. Es geht hier also nicht darum, den Deutschen nochmals (wie so viele andere) ihre Schuld aufzuzeigen. In der Selbsterkenntnis sollen die Voraussetzungen entstehen, dass unser Land wieder den Stand bekommt für seine Zukunft und weitere Entwicklung.

Das zentrale Element im
Garten der Freiheit ist das Friedensmal Wendepunkt, ein 26 m durchmessende Denkmalkreis. Das Friedensmal steht für einen anderen Umgang mit der Vergangenheit. Die Kunst als Sprache ist geeignet diesen Impuls zu geben und die langfristigen gesellschaftlichen Folgen eines solchen Impulses können weitreichend sein. Vergleichbares gibt es an keinem anderen Ort in Deutschland. Das Friedensmal Wendepunkt symbolisiert den Schritt aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in die Integration. Mit diesem Frieden - „was aus der Vergangenheit gelernt wurde” - ist die Verantwortung für ein gesellschaftliches Engagement für Frieden und Freiheit verbunden, was Zivilcourage und was ein bürgerschaftliches Engagement erfordert. Damit wird der Garten der Freiheit zum positiven identitätsstiftenden Symbol für unser Land.

Der
Garten der Freiheit soll zu einem tieferen Verständnis unserer kulturellen Wurzeln befreien. Die Gestaltung besteht im wesentlichen aus Symbolen und den damit verbundenen Metaphern, die in unserem christlichen  Kulturraum verankert sind. Die Wurzel "Jerusalem" reicht über das Christentum bis ins Judentum. Es ist dies die tiefste Wurzel unserer europäischen Kultur; verletzt in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Der Gedanke der Heilung der kultureller Wurzeln ist in die Wahl der Symbole eingeflossen: „Jüdisch in der Gestaltung ist das Wort „Yerushalayim“ auf dem "Jerusalem Erinnerungsstein", der an diese Wurzel und die damit verbundenen Werte (Tora) erinnern soll. Jüdisch ist auch der Stern auf der „Rose des Friedens“.  Die Rose des Friedens selbst ist aber auch genauso christlich, so wie es auch der „Baum des Lebens“ im Friedensmal Wendepunkt ist, in dem sie sich befindet . Durch den Bezug zu Jerusalem ehrt es die jüdische Kultur und „die Idee von Jerusalem“. Jerusalem ist jedoch auch ein sehr besonderer Ort im Christentum.

 

Licht der Liebe

Gleichzeitig gibt es im Christentum und Judentum die Metapher vom "himmlischen Jerusalem". Es gilt als Vision einer Welt, die in Frieden und Freiheit ist. Der Mensch bemüht sich nach dieser Auffassung, das irdische Jerusalem dem himmlischen Jerusalem näher zu bringen und sich so mit Gott zu versöhnen. Diese beiden Aspekte "Wurzel Jerusalem" und "himmlisches Jerusalem" werden durch den Jerusalem Erinnerungsstein im Garten der Freiheit symbolisiert. Es braucht Wurzel und Vision! Auch ein Baum hat beide Aspekte: er kann seine Äste nicht hoch in den freien Himmel strecken, wenn er die Wurzeln dafür nicht hat.

Als Ort für das Friedensmal wurde ein Grundstück auf einem Hügel oberhalb eines ehemaligen Bergwerks gewählt. So kann man also dieses Tal überblicken. Hier befand sich im sog. 3. Reich eine Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof. Somit werden auch die Themen Krieg, Verfolgung und das dem sog. 3. Reich eigene Lagerwesen, das mit KZ's und den zahlreichen Außenlagern Europa "überspannte", berührt. Von Friedensmal aus kann man in die Rheinebene schauen. Hier befand sich einst das "Jerusalem am Rhein", eine jüdische Hochkultur im frühen Mittelalter. Diese Gegend gilt als der Geburtsort der jüdisch-aschkenasischen Kultur und wurde während der Zeit der Kreuzzüge durch Kreuzritter zerstört. Diese Themen der Vergangenheit fließen durch die Wahl des Ortes vom
Garten der Freiheit indirekt ein. Die Friedens- und Freiheitsstätte entsteht also nicht als schöne Idee in der grünen Landschaft, sondern tatsächlich am geeigneten Ort als ein nächster Schritt in der Erinnerungskultur.

Frieden lässt sich dabei nicht eingrenzen auf einen bestimmten Bereich im Äußeren, sondern ist immer eine persönliche innere Haltung, die von innen nach außen wirkt. Deshalb auch "spricht" das Friedensmal vom eigenen Weg zum inneren Frieden.

Liebe der Rose

Dieser Ort bringt ins Bewusstsein, dass ein Denkmal gleichermaßen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindend ansprechen kann. Es wird hier keine Vergangenheit "bewältigt". Vergangenheit ist immer Gleichnis für die Gegenwart, aus der Zukunft entsteht. Sie wiederholt sich - allerdings immer anders - wenn sie nicht verstanden wurde. Im "Garten" wird dieser Mechanismus von dem im Friedensmal liegenden "Baum des Lebens" durchbrochen, der für dieses innere klare Erkennen steht. Er ist umgeben von einer Tanzfläche. Sie steht für den Austausch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen, denn der Mensch lernt sich selbst erst in der Kommunikation mit einem "Du" zu erkennen. Die Tanzfläche steht für einen anderen Umgang miteinander. Vielmehr als Gegner, Feinde oder auch Unterstützer und Freunde, vielmehr als in diese Kategorisierungen zu gehen, sieht man den Anderen als Tanzpartner. Das öffnet eine neue Freiheit im Umgang miteinander. Man lernt voneinander und probiert neue Figuren aus.

Der Garten der Freiheit bringt ein positives, wertschätzendes und nicht ausschließendes verantwortliches Gedenken in der deutschen Erinnerungskultur. Damit erreichte man auch wieder die jüngeren Generationen und es wäre damit ein Verständnis jenseits aufgeladener Schuldgefühle zu vermitteln. Dieser Garten der Freiheit könnte sogar zu einer Brücke in ein Verständnis des Mahnmals für die ermordeten Juden in Berlin werden.

Ein Problem in der deutschen Gedenkkultur ist, dass der Eindruck entstanden ist, es dürfe nur über das Leid der Anderen gesprochen werden und die Beschäftigung mit dem eigenen Leid bei dieser Vergangenheit sei der erste Schritt in die Verleugnung der deutschen Verbrechen an den Juden. Psychologisch gesehen ist es aber tatsächlich so, dass wer zum eigenen Leid keine Beziehung herstellen kann, auch kein Verständnis vom Leid der Anderen bekommen kann.

Es geht nämlich im
Garten der Freiheit um das Schalom (vollständiger Frieden, der im Inneren verankert ist). Dafür steht die "Rose des Friedens / Schalom" in der Mitte des Friedensmal Wendpunkt. Dieser Frieden lässt niemanden außen vor. Alle Menschen haben ihr Leid. Jeder kann diesen Ort besuchen und Jerusalem / Schalom - den Frieden im eigenen Herzen - finden. Dieser Ort hat somit etwas vom "himmlischen Jerusalem". Damit ist es auch kein "Denkmal für die Juden" oder ein "Denkmal für die Deutschen", sondern ein Denkmal für den Menschen.

Im Garten der Freiheit wird ein "Stück" der charakteristischen Kulturlandschaft des Odenwaldes bewahrt. Die großen (Ge)-Denksteine stammen vom Borstein, ein Steinbruch 2,4 km entfernt. Nirgendwo sonst wird dieses für den Odenwald charakteristische Gestein, eine Form von Rosenquarz, noch gefördert.

Der
Garten der Freiheit befindet sich im Geopark Bergstraße-Odenwald.






Auszug aus Ägypten


Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -
ins Leben

Es bedeutet nicht, sich des Leidens nicht mehr zu erinnern, sondern zu verwandeln

Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -
in die Liebe

Die Liebe fragt nach der Wertschätzung des Lebens und der Würde des Menschen

Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -
in die Freiheit