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Barch B 162 / IV 419 AR 1436/68:

SS-Mann Martin Wieber, geboren am 13.9.1908 in Militsch/Jugoslawien, wurde am 9.10.1943 zur SS-Totenkopf-Division nach Wien einberufen. Im Oktober 1943 wurde er nach Oranienburg verlegt und eine Woche später zur vierwöchigen Kurzausbildung im KZ Buchenwald. Anschließend war er bis November 1944 im KZ Natzweiler eingesetzt und darauf für 3-4 Wochen im KZ Neckarelz. Von Dezember 1944 bis März 1945 war er Wachmann im KZ Bensheim-Auerbach, das mit ca. 60 Häftlingen belegt war:

"Bei einer Firma, die in Hochstädten in einem Stollen untergebracht war, haben ca. 20 Häftlinge ... an Drehbänken gearbeitet. Etwa 10 Lagerinsassen waren bei Außenarbeiten an diesem Stollen eingesetzt; diese haben einen Luftschacht gebaut. Etwa 6 Insassen arbeiteten in einer Baracke unmittelbar beim Lager. Diese waren mit Zeichenarbeiten beschäftigt. Der Rest war im Wald beim Holzfällen und Errichtung von Baracken eingesetzt. Lagerführer war Ewald Franzen, ein Unterscharführer. ... dieser sei beim Angriff auf das KZ Dachau ums Leben gekommen. ... Die Häftlinge in Hochstädten waren in der gleichen Baracke untergebracht wie die Wachmannschaft. Das Nebenlager bestand nur aus einer Baracke. Sämtliche Häftlinge waren in einem großen Raum untergebracht. Jeder Insasse hatte ein eigenes Bett mit Strohsack und Wolldecken. Je zwei Betten waren übereinander angebracht. In dem Raum stand auch noch ein großer Tisch, an dem die Insassen während des Lageraufenthaltes gegessen haben. Das Essen bekamen die Insassen wie auch die Wachmannschaft aus einer Gemeinschaftsküche in Hochstädten. ... Bei der Auflösung des Lagers im März 1945 wurden die Häftlinge nach Dachau transportiert. Von Hochstädten sind wir damals mit den Häftlingen bis Schwäbisch Hall gelaufen. Von dort wurden sie zusammen mit den Häftlingen aus dem KZ Neckarelz in einen Güterzug verladen. Auf der Fahrt nach Dachau war mehrmals Fliegeralarm, wobei die Häftlinge den Zug verlassen durften. In Dachau angekommen wurde damals erzählt, dass 140 Häftlinge von dem Transport fehlen würden. ... Mir ist nicht bekannt geworden, dass auf dem Transport Häftlinge getötet wurden. Die Häftlinge, die bei der Ankunft in Dachau gefehlt hatten, waren meines Ermessens geflüchtet."

Zuletzt war Martin Wieber als SS-Mann im KZ Dachau und geriet am 8.5.1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.